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BeitragVerfasst: 06.04.2011 17:53 
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Innuendo
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Es gibt neues zeug zum besprechen. Wie findet ihr den "neuen" sound? wie findet ihr die Bonus EP? die aufgemotzten Inlays?
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BeitragVerfasst: 28.01.2012 11:57 
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Was ist das für eine Band, die ihr zweites Album mit einer Prozession beginnt? Ach ja, es ist Queen, die mit ihrem Debüt-Album zwar keinen kommerziellen Erfolg zu verbuchen hatten, aber schon da bewiesen haben, wozu sie kreativ in der Lage sind, trotz (oder gerade wegen) technischer Einschränkungen. Queen II schlägt zwar dieselbe Richtung ein wie Queen, wirkt aber schon wesentlich runder. Nicht nur die Produktion (die übrigens mit den 2011-Remasters wesentlich besser zur Geltung kommt, als auf der 94er Remasters-Serie) wirkt ausgereifter. So hört sich das Schlagzeug nicht mehr so an, als ob jede einzelne Trommel mit Kissen zugestopft wäre. Und genau das scheint Roger Taylor in seiner Komposition "The Loser in the End" zu genießen: Da rummst die erste Bass-Drum gewaltig nach dem Fade-Out des fast schon im Vergleich zerbrechlich wirkenden "Some Day One Day" von Brian May. Neben diesem hübschen dynamischen Effekt zeigt "The Loser in the End" zudem noch andere Eigenarten auf, die für dieses Album repräsentativ sind: Zum einen sind es die verspielten Stereo-Effekte (Kuhglocke links, rechts, links), die Queen nie wieder ablegen werden (die Kuhglocke glücklicherweise schon). Zum anderen sind allerdings auch die relativ schwachen Texte zu bemängeln. Ein Drummer, der über Mütter schreibt, die sich von ihren Kindern verlassen fühlen. Na ja. Ebenfalls die nun fast durchgehend vorkommenden Märchengestalten und Fantasie-Welten sorgen dafür, dass das Album heute, 38 Jahre später, recht altbacken daherkommt. 1974 noch irgendwie im Prog-Sektor en vogue (Genesis, Yes, Rush, selbst Led Zeppelin vertonten einige Tolkien-Anekdoten), wirkt es heute zu "70er Jahre", um noch wirklich zu zünden. Schließlich fällt es schwer, sich mit Pferden mit Adlerflügeln, Bienen ohne Stachel und Menschenfresser zu identifizieren. Der musikalischen Komplexität und Queens kompositorischem Einfallsreichtum schadet das freilich nicht. So wirken "The March of the Black Queen" oder "The Fairy Feller's Master-Stroke" weniger krampfhaft konstruiert und fließen besser, als dies noch beim Vorgänger der Fall war. Und als schönes Kontrastprogramm bekommt der Hörer mit "Nevermore" die erste reine Ballade (komplett ohne Hardrock-Elemente) von Queen zu hören. Freddie Mercury schafft es, mit seiner Stimme das Wechselbad der Gefühle einer beendeten Romanze aus Sicht eines Liebenden auszudrücken: Flehen, Hoffen, Bangen, Leugnung, Verzweiflung, Wut und Akzeptanz des Verlusts mit einer süß-sauren Prise Melancholie. Und das alles in nur knapp einer Minute, Respekt! Die Chorgesänge mögen vielleicht einige Leute stören, doch sollen diese auch zu Queen-typischen Markenzeichen werden. (Und wer meint, schwuler könne man nicht singen, soll sich Freddie auf "See What a fool I've Been" (nicht die BBC-Version) anhören!)
Beendet wird das ganze Album mit der (endlich) vollständigen Version von "Seven Seas of Rhye", welche schon auf dem Debütalbum in Windelstatus präsentiert wurde. Das Lied ist eine direkte Antwort auf den Vorwurf, dass Queens erste Single "Keep Yourself Alive" mit dem langen Gitarren-Intro zu lange brauchte, um in die Pötte zu kommen. Und so wurde "Seven Seas of Rhye" auch der erste beachtliche Chart-Erfolg, indem dem Zuhörer in nur 2:49 Minuten alles entgegen geworden wird, was eine talentierte Rockband zu bieten hat. Eingängiges Piano-Riff als Einstieg, krachendes Schlagzeug, heulende Gitarren, aggressiver Gesang, Kopfstimmenchöre, schnelle Wechsel von Melodien und ein augenzwinkerndes "I do like to be beside the seaside" im Fade-Out, vorgetragen von allen Menschen, die gerade im Studio anwesend waren, offensichtlich im nicht nüchternen Zustand. Wer die kompositorische Seite noch mehr zu schätzen wissen möchte, kann sich die Instrumentalversion auf der Bonus-EP anhören und staunen, was alles noch so passiert.
Queen II ist kein Konzeptalbum. Trotz Benennung der Seiten A und B "White Side" und "Black Side", trotz der nahtlosen Übergänge einiger Stücke. Aber gerade letzteres sorgt dafür, dass das Album wie aus einem Guss erscheint. Perfekt ist allerdings auch dieses Album nicht, gerade aus heutiger Sicht. Aber wesentliche Schritte in die richtige Richtung sind gemacht worden und noch weitere folgerichtige Schritte sollten mit Sheer Heart Attack folgen.

N.B. Die Cover der Alben wurden überarbeitet. Gerade Queen II profitiert sehr davon. Als Einstieg habe ich die restaurierte Fassung gepostet. Vergleicht selbst!


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BeitragVerfasst: 28.01.2012 17:30 
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Ich bin gespannt!


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BeitragVerfasst: 28.01.2012 19:05 
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and there you have it! (s.o.)


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BeitragVerfasst: 05.06.2012 12:56 
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The Works
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Ich möchte mich nun auf die klanglichen Merkmale des 2011er Remasterings und die Bonus-EP beschränken.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir der Klang negativ auffällt. Es wirkt auf mich zu prall und zu breiig. Mir gefällt das nicht so. Es hört sich für mich in etwa so an, als ob ich eine mp3 über die Anlage höre.
Da gefällt mir der Klang der alten CD besser.
Was Sciro schon bemerkte, dass das Schlagzeug deutlich mehr Wumms besitzt, kann ich nur bestätigen.
Bei "The Loser In The End" bin ich beim ersten Schlag fast aus dem Sessel gefallen.

Die Bonus-EP finde ich absolut hörenswert. Die BBC-Version von "See What A Fool I've Been" unterscheidet sich sehr stark von der Studio-Version. Würde man die Bonus-EP ohne Queen-Vorkenntnisse hören, kann ich mir vorstellen, dass man die Lieder als zwei eigenständige betrachtet.
Die Hammersmith-Version von "White Queen" kannte ich schon aus dem Radio. WDR 2 hat das Konzert vor Jahren mal übertragen. Nun kommen wir ja endlich in den Genuss des kompletten Konzerts. Hat auch lang genug gedauert. Freddie's Stimme klingt frisch. Auf den kleinen Bühnen konnte er ja noch nicht so viel herumrennen, deshalb finde ich das ganze stimmlich großartig. Das Echo beim Gitarren-Solo klingt auch schön in Verbindung mit dem Klavier.
Der Instrumental-Mix von "Seven Seas of Rhye" ist nett. Ich höre jetzt aber nicht soviel neues heraus.
Die BBC-Version von "Nevermore" ist gleichwertig, also gleich toll, wie die Studio-Version.

Das Booklet hat natürlich deutlich von der Neuauflage profitiert. Sehr schön anzusehen.
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BeitragVerfasst: 05.08.2012 23:52 
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The Game
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wibbel hat geschrieben:
...Hammersmith-Version von "White Queen" ... Freddie's Stimme klingt frisch. Auf den kleinen Bühnen konnte er ja noch nicht so viel herumrennen, deshalb finde ich das ganze stimmlich großartig...

nope. Hammy´75 ist vom sound her super, klar. aber die gesamtperformance (gerade stimmlich) ist etwas "zittrig". das "night at the opera" referenzkonzert ist Boston´76 8) (klar, jammern auf relativ hohem niveau, aber Boston gefällt mir deutlich besser)

PS: ok, wibbels beitrag war vom 5.6. und nicht 5.8. - soviel zur aktualität :lol:
Someone has drained the colour from my wings... (1973)
My soul is painted like the wings of butterflies... (1991)
My butterfly grew golden wings (2008)


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BeitragVerfasst: 14.09.2012 22:47 
Sheer Heart Attack
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Das Abstimmungsergebnis ist äußerst aufschlussreich.


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BeitragVerfasst: 14.09.2012 23:36 
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Umfragen sind doch hinne...


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