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BeitragVerfasst: 03.12.2011 15:33 
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Innuendo
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zärtlich wurde ich darauf hingewiesen, dass noch die letzten 5 Alben zur besprechung ausstehen. :)
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BeitragVerfasst: 03.12.2011 16:51 
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Merci ^^.

Habe 2/3 von Innuendo (Neuauflage 2011) gestern Abend gehört und bin sehr angenehm überrascht. Ich mochte das Album schon immer. Es ist, sofern ich mich richtig erinnere, mein erstes Nicht-Greatest-Hits Album von Queen gewesen. Hab es damals (1996?) zusammen mit Queen II für jeweils DM 35,99 gekauft (ufff). Und ich erinnere mich noch, wie toll es war, Lieder zu entdecken, die nicht auf den Greatest Hits-Alben zu finden waren. Demnach sind alle Lieder darauf für mich etwas Besonderses.
In den ersten Hör-Minuten der Neuauflage war ich etwas skeptisch, weil ich bereits beim Lied "Innuendo" Clipping (also Verzerrung, Übersteuerung durch die digitale Bearbeitung) erahnt habe. Bin mir da nicht ganz sicher, weil mein Kopfhöreranschluss wohl defekt ist (leichter Wackelkontakt). Konnte also auch daran liegen. Das erste Mal richtig beeindruckt war ich dann tatsächlich von "I Can't Live With You", welches auf der EMI-CD, besonders nachdem ich die 97er-Version gehört habe, extrem schwach auf Brust daher kam. Nun hat es richtig Wumms und reißt mit! Gefällt mir bestens. Auch "Ride the Swiss Guy" tönt jetzt so, wie es sein sollte. Hier ist mir auch die Dynamik sehr angenehm aufgefallen, denn wenn zum Schluss die Schlagzeug-Rhythmen "badadadadadaDAdam, badadadadadaDAdam" kommen, ist es so richtig schön mit Rumms. Und direkt am Anschluss zerfetzt Freddie mit seinem "SO ALL YOU..." unser Trommelfell, und er selber fast seine Stimmbänder. Es ist mir nie so deutlich aufgefallen, wieviel Energie er in diese Zeile reinsteckt.
Zuletzt hörte ich dann "These Are the Days of Our Lives", welches mir dann als Einziges nicht so wirklich gefiel. Schließlich ist dies ein ruhiges, gesetztes Lied und wirkt weniger überzeugend, weil auch hier mehr Saft dahintersteckt. Ich kann es noch nicht einmal wirklich erklären, was ich damit meine, aber es ist zu druckvoll für ein dezentes Lied. Da wäre etwas Zurückhaltung sinnvoller gewesen.
Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden, und Innuendo hat wieder mehr Bedeutung in meinem Leben erhalten. Sehr schön. Auch wenn sich die Formulierung "ein Album neu entdecken" ausgelutscht anhört: Diese 2011er Version hat genau dies bei mir ausgelöst. Und nun höre ich dann die letzten Lieder.


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BeitragVerfasst: 25.03.2012 16:07 
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Unzufrieden mit dem wenig kreativen Ergebnis von Hot Space, und sicherlich auch mit den Verkaufszahlen, entschied sich Queen, mit dem Folgealbum den Fans all das zu bieten, wofür die Band bekannt war. Folgerichtig nannten sie das Album dann auch The Works, ein feststehender Begriff in der englischen Sprache, der übersetzt in etwa "das ganze Programm" bedeutet. Und so finden wir auch, wenn man so sagen will, einige alte Lieder mit neuen Texten: "Man on a Prowl" ist ein schlechteres "Crazy Little Thing Called Love", "Is This the World We Created...?" ist "Love of My Life" mit einem gesellschaftskritischem Text", "It's a Hard Life" ein traurigeres "Play the Game". Aber es gibt auch neue Kreationen. Allen voran das vorzügliche "Radio Gaga", welches (hier zur Abwechslung mal) TROTZ Synthesizer eigentlich ganz gut gealtert ist. Wenn man genau hinhört, merkt man, dass das Lied wesentlich verspielter ist, als man annehmen mag. So kündigt sich ein Schlag auf's Crash Becken sausend per Stereoeffekt an, und landet schließlich satt im rechten Ohr. Ein nettes, kleines Detail, welches mir bislang noch nie aufgefallen ist. Der etwas umständlichere Bruder "Machines (or 'Back to Humans')" bedient sich mit den gleichen Klängen und setzt aber noch weitere Computer-generierte Klänge ein, um so die Aussage des Liedes zu unterstützen. Warm ums Herz wird es dann, wenn ein typischer Queen-Chor dann selbstbewusst proklamiert: "Back to Humans!"
Standard-Rocker gibt's zwei auf The Works. Beide aus der Feder von Brian. Das mit Augenzwinkern zu bewertende "Tear it Up" ist ein gute Laune-Lied über Wollust, während das wesentlich reifere "Hammer to Fall" das bedrückende Thema von Atomkrieg behandelt.
Das Album ist mit 37 Minuten recht knapp geraten. Und dennoch fühlt es sich ein wenig wie eine Kompilation an. Man merkt eindeutig, dass man verschiedene, in der Vergangenheit erfolgreiche Stile einbauen wollte. Manchmal klappt es ("Hammer to Fall"), manchmal weniger ("Man on a Prowl"). Richtig überrascht war ich vom Klang. Sehr sauber und glatt, aber nicht so steril, wie es noch beim Vorgängeralbum war.
Dem Album vorausgegangen war die ursprüngliche Idee, einen Soundtrack für die Verfilmung von "Hotel New Hampshire" einzuspielen. Aus diesem abgebrochenen Projekt ist nur "Keep Passing the Open Windows" übrig geblieben, die zweite Absage an Selbstmord im Queen-Katalog. Das lebensbejahende Element in diesem Lied ist ohne Zweifel die Bassline. Und genau die sollte zwei Jahre später Roger Taylor einen weiteren Riesenhit bescheren.


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BeitragVerfasst: 27.03.2012 17:18 
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Und wieder scheint der Stein des Anstoßes für neue Queen-Aufnahmen die Anfrage für einen Soundtrack gewesen zu sein. Nein, nicht "Highlander", sondern vielmehr der Film "Iron Eagle" benötigte eine rockige Hymne, die dann auch mit "One Vision" geliefert wurde. Zudem war die Band noch mit Selbstbewusstsein vollgepumpt. Der Auftritt bei Live Aid 1985 beseitigte alle Gedanken, die Band auf Eis zu legen und man ging mit stolz erhobener Brust in die Studios und lieferte musikalische Ideen für die Untermalung von Russel Mulcahys "Highlander". Für das folgende Queen-Album wurden die meisten Lieder noch Album-kompatibel gemacht, einige weitere Lieder dazugesteuert und fettich. Und so ist A Kind of Magic ein recht bizarres und vielleicht auch unausgegorenes Werk. Eine Mischung aus Soundtrack und Studioalbum? Ob das gut wird?
Es gibt Lieder, die sind über jede Kritik erhaben. "One Vision" ist ein grandioser Rocker, wie geschaffen für die Eröffnung eines Rockkonzerts. "Who Wants to Live Forever" ist eine traurigschöne Ballade, inspiriert durch "Highlander". Es unterstreicht perfekt den wohl emotionalsten Moment des Films, als der unsterbliche Held die Liebe seines Lebens durch einen natürlichen Tod verliert. Leider mit viel zuviel Kitsch beladen kommt John Deacons Ballade daher: "One Year of Love" trieft vor Selbstmitleid, und Freddie scheint es nicht zu vermögen, die Ehrlichkeit und Emotionalität in das Lied zu bringen, die er bei früheren Balladen so perfekt darbieten konnte. "Pain is so Close to Pleasure" wirkt da schon fast wie ein Witz. In einem "Cool Cat"-ähnlichen Falsett singt er da fast schon fröhlich, dass Sonne und Regen dich dein Leben lang Hand in Hand begleiten. Ultimativer Tiefpunkt ist der grässliche Tonartwechsel gegen Ende, sowie das fast schon gestöhnte "pain...pleasure... paaaaain, PLEASURE", was schon fast an die Porno-Hymne "Body Language" erinnert. Ebenfalls einfallslos ist "Friends Will Be Friends". Es wirkt auch heute so wie ein lustloser Versuch, eine weitere Stadionhymne zu kreieren.
Glücklicherweise endet das Album saftig mit drei "Highlander"-bezogenen Liedern. "Gimme the Prize" bietet ordentlich aggressiven Gesang, einen Schwertkampf par excellence mit grandiosen Stereoeffekten und generell mit jede Menge Wumms. (Soeben informiert Wikipedia mich, dass laut Brian May Freddie und John dieses Lied hassten. Gut, die haben eben nicht immer Ahnung.) "Don't Lose Your Head", eine typische Roger-Komposition mit dominierenden Synthesizer und ziemlich lautem Schlagzeug (Clipping-Gefahr bei den Remasters!) und schrägen Texten: "Don't drink and drive my car, don't get breathalised". Nichtsdestotrotz passt die erzeugte Stimmung perfekt zum recht düsteren Film.
Ohne Frage endet das Album mit der besten Komposition. "Princes of the Universe". Da muss eine Band aber Eier haben, sich zu dieser Aussage zu bekennen. Natürlich ist das Lied auf den Film gemünzt. Da es aber Freddies Lied ist, kann man durchaus davon ausgehen, dass er, wenn auch augenzwinkernd, von sich und der Band spricht. Warum auch nicht. Den Titel hätten sie wahrlich verdient. Das Lied ist denn auch die Rückkehr zur (sehr) rockigen Seite von Queen, und auch die alte Verspieltheit und Komplexität früherer Tage blitzt wieder auf! Da durfte man 1986 sicherlich hoffen, dass es wieder bergauf gehen mag und Queen zu "alter Größe" zurückfinden wird. Doch leider begann die Uhr für Queen zu ticken...


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BeitragVerfasst: 29.03.2012 13:35 
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Nein, nicht ein Wunder, sondern DAS Wunder präsentierten Queen 1989, drei Jahre nach A Kind of Magic. Das Cover des Albums scheint Programm, schließlich wurden alle Kompositionen Queen, und nicht mehr den einzelnen Musikern zugeschrieben. Auch die Band arbeitete enger und intensiver zusammen als je zuvor. Das Ergebnis war eine Menge Material, so dass man sich die Rosinen rauspicken konnte, um ein fabelhaftes Album rauszubringen. Operation geglückt?
Nun, The Miracle wirkt ein wenig anders als die anderen. Schon die beiden Eröffnungskompositionen haben eine Spur Spontanität wie aus einer Jam-Session. Das klingt ungezwungen und frisch, wenn auch nicht gerade nach Queen. Auch das folgende Titelstück hat so ein Jam-Element gegen Ende hin. Sonst aber ist es eine verdammt komplexe Angelegenheit, die sich aber glücklicherweise nicht so anhört. Dazu noch der herrlich optimistische Text und das tolle Mantra „That time will come, one day you’ll see, when we can all be friends!“. Da fällt es leicht, sich vollgepackte Stadien vorzustellen, in dem tausende Fans dies lauthals mitsingen.
„I Want It All“ gibt dem langjährigen Queen-Fan dann das, was er will. Hard Rock vom Feinsten. Freddie röhrt herrlich herb, Brians Gitarre klingt schön verzerrt und die Queen-Chöre im Refrain. So hört sich Queen an, wie wir sie wollen. Großartig. „The Invisible Man“ und „Breakthru“ kommen beide ziemlich poppig und fröhlich daher. Ein wenig untypisch, aber beide nicht zu verachten. The Miracle wird tanzbar? Gefolgt wird das ganze nämlich von leicht an Reggae erinnernde Klänge in „Rain Must Fall“. Und ein fröhlich (oder gar zynisch?) aufgelegter Freddie singt von einer Person, die alles im Leben erreicht hat, aber dennoch ein wenig Regen zu verkraften haben muss. Will man uns was sagen?
Mit „Scandal“ gibt es auch wieder ein halbherziges Lied. Roger Taylor trifft den Nagel auf den Kopf: „For a song that’s called „Scandal“ it wasn’t scandalous enough!“ Allerdings. Es folgt ein ziemlich grooviger, lässiger Beat, der uns „My Baby Does Me“ anbietet. Wieder sehr untypisch, aber in dieser Hinsicht ist das Lied konsequent. Gutes Stück zum Chillen. Das sollte man auch, denn danach sollte man sich anschnallen. „Was It All Worth It“ ist schließlich Queens beste Komposition seit Jahren wenn nicht sogar überhaupt! Es bietet alles, was das Queen-Fanherz verlangt: Drama, Bombast, clevere Texte mit Augenzwinkern, aggressive Gitarren, noch mehr Drama, Pauken, ein Gong(!), Orchesterklänge… hach… wer hier den Daumen runter zeigt, bitte an die Wand…
Was auffällt: The Miracle hat keine leisen oder traurigen Lieder. Selbst ernste oder traurige Themen werden fröhlich verpackt. Das erste (und einzige) balladenlose Queen-Album. Rock und Pop regiert, und die Synthesizer-Klänge sowie die Computer-Drums wirken heute schon etwas altbacken. Schade eigentlich. Genug Zeit zum Aufnehmen hatte man schließlich.
Muss man sich Sorgen machen, dass eine Band sich im letzten Lied des Albums fragt, ob es all das Wert war? Nein… oder doch?


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BeitragVerfasst: 29.03.2012 22:26 
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1990 sah die Veröffentlichung des wohl unbekanntesten Queen-Albums. An Afternoon At The Park lehnt sich nicht nur aufgrund des Titels und des Covers auch mit den Kompositionen an die Mitt 70er Jahre der Band an. Und meine Güte, was bieten uns die vier Jungs hier kurz nach The Miracle? The Works in besser mag man denken, schließlich wird auch hier jede musikalische Richtung repräsentiert. Der Opener "(I hate you so please no) Pillow Fight" beginnt mit einer dramatischen E-Gitarren-Ouvertüre, die quer durchs Album verstreut hier und da wieder einen Gastauftritt hat. "Guns With no Bullets" ist der große Bruder von "Put Out the Fire" und "Love is Blind (but Ratiopharm has the Cure)" klingt verdächtig nach "Love of My Life". Auch wenn man ein Augenzwinkern bei Freddie erahnt, singt er doch voll Leidenschaft über eine Liebe, die nicht sein soll. Reggae-Klänge unterstreichen dann gleich das sozialkritische "Heroes ride bicycles". Würde mich nicht wundern, wenn eine "Gras für alle"-Kampagne dieses Lied gern für einen Werbespot nutzen wollte. Tiefpunkt des ganzen Albums bietet uns dann "Nightwish", ein armseliger Versuch, Symphonic Metal massenfähig zu machen. Roger wird sicherlich am Text beteiligt gewesen sein: "My wishes don't come true at noon, so I'll have a Nightwish instead." Rüschtüch, Rogi. Wunderschön hingegen das Instrumental "Instrumental". Was dem Titel an Kreativität mangelt, wird musikalisch mehr als wettgemacht. Mit fast sechs Minuten schon fast zu lang für ein Lied ohne Gesang, aber dafür macht es so viele Wendungen in vielerlei Hinsicht (7/8-Takt ab dem "Weirdo"-Teil!!Triangel-Solo zum Ende hin!), dass man es fast schon als Single ausgekoppelt haben möchte. Das Album baut wieder etwas ab mit "Call Me", welches nur 15 Jahre mit Paul Rodgers neu eingespielt wurde. Abermals bietet ein Queen-Album das wahre Juwel zum Schluss: "Scirocco" ist oberflächlich nur eine Hommage an schöne Sportwagen, aber tiefgründig wird hier jemand oder etwas verabschiedet. Auch wenn sich hier wirklich eine Band auslebt und hörbar Spaß hat, ist die recht traurige Bedeutung des Textes zu offensichtlich. (Der Vollständigkeit halber muss man natürlich auch den ersten Hidden Track auf einem Queen-Album erwähnen: "Blap". Da dort aber nur eine Person (John?) "Blap" sagt, sollte das nicht weiter erwähnenswert sein.)
Klar, es hat nicht die Magie von A Night At the Opera. Aber wer nichts dagegen hat, eine Band zu hören, die ihre beste Musik kopiert, und das gekonnt, wird seine helle Freude haben, dieses Album wiederzuentdecken. Denn die 2011 Remasters-Version hat so einige unsauberen Passagen liebevoll glattgebügelt. Zugreifen lohnt sich!


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BeitragVerfasst: 30.03.2012 00:03 
A Kind Of Magic
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:lol

Deine Rezensionen sind übrigens spannend zu lesen. :thumb

Bei "Jazz", welches ich mehr als "The Game" mag, gehen unsere Meinungen zwar auseinander.

Wobei mir die Erinnerung teilweise vielleicht einen Streich spielt, denn ehrlich gesagt habe ich mir die meisten dieser Alben als Ganzes seeeeehr lange nicht mehr angehört.


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BeitragVerfasst: 30.03.2012 10:20 
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Wildwind hat geschrieben:
:lol

Deine Rezensionen sind übrigens spannend zu lesen. :thumb

Bei "Jazz", welches ich mehr als "The Game" mag, gehen unsere Meinungen zwar auseinander.

Wobei mir die Erinnerung teilweise vielleicht einen Streich spielt, denn ehrlich gesagt habe ich mir die meisten dieser Alben als Ganzes seeeeehr lange nicht mehr angehört.


Danke. Das war ja auch eigentlich Sinn der Sache: Die Leute hier zu überreden, mal wieder etwas mehr Queen zu hören. Ich bin oft überrascht. Entweder weil die Remasters besser klingen, oder mir durch neue Anlage und gute Kopfhörer mehr Details auffallen. Und einige Lieder machen jetzt KLICK, andere Lieder lassen mich plötzlich kalt. Auch die chronologische Vorgehensweise ist seeeehr interessant. Würde ich jedem empfehlen... ich hatte jedenfalls eine Woche Urlaub und Sonne auf Balkon, daher gingen die letzten Alben so schnell ^^.


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BeitragVerfasst: 30.03.2012 16:29 
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Innuendo
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Zitat:
Und genau die sollte zwei Jahre später Roger Taylor einen weiteren Riesenhit bescheren.


Holy Fuck. Dass mir das nicht aufgefallen ist... das ist ja quasie die Magic-Bassline in etwas schneller... Foack...
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BeitragVerfasst: 30.03.2012 16:37 
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david hat geschrieben:
Zitat:
Und genau die sollte zwei Jahre später Roger Taylor einen weiteren Riesenhit bescheren.


Holy Fuck. Dass mir das nicht aufgefallen ist... das ist ja quasie die Magic-Bassline in etwas schneller... Foack...


Jup. Ich wusste was, was David nicht wusste :fiesta :fiesta :fiesta .


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BeitragVerfasst: 30.03.2012 22:40 
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Scirocco ich lese deine Rezensionen auch sehr gerne, bin zwar nicht immer der gleichen Meinung aber darum gehts ja nicht.

Nur eine Frage, findest du genrell das Lieder mit Drummachine heutzutage altbacken klingen?

Natürlich stimmt das oft speziell was Mr.Bad Guy angeht aber ich finde das nicht grundsätzlich.

PS: WTF ist "An afternoon at the park"???


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BeitragVerfasst: 31.03.2012 13:31 
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Danke für die Blumen.
Afternoon at the Park war ein Test, ob noch überhaupt jemand hier liest.

Find Drum Machines generell nicht schlecht. Ich mag auch manchmal diesen altbackenen Sound bei den richtigen Liedern eben. Genesis' "Man on the Corner" göttlich:
http://www.youtube.com/watch?v=smejqhzfnnM

Auch Phil Collins' "Both Sides" ist ja in erstere Linie mit programmierten Schlagzeug bestückt. Fällt mir kaum auf und bin zufrieden.
[Drum-Machine Diskussion in den Drum-Thread in "Andere Musik" verschoben]

Aber jetzt muss ich Innuendo hören.


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BeitragVerfasst: 01.04.2012 13:39 
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Was für eine hart arbeitende Band. Gerade einmal das Album Miracle ausgiebig mit Singles promotet, da kommt schon der nächste Kracher. Innuendo ist Album Nummer 14 und wie sich herausstellen sollte, auch das letzte zu Freddies Lebzeiten. Im Nachhinein betrachtet erklärt es so viele Lieder, so viele Zeilen... Darf man daher dieses Album genauso kritisch bewerten wie jedes andere? Die Frage stellt sich gar nicht, denn es ist so oder so ein sehr gelungenes Werk.
Allein das Titelstück bietet Bombast, Drama und Text zum Nachdenken, dass dem Hörer zwar etwas Aufmerksamkeit abverlangt, aber dann so richtig zündet. Ein schönes Geschenk war dann auch der dritte Nummer 1-Erfolg in den britischen Charts. "I'm Going Slightly Mad" ist so herrlich Queen-untypisch, dass es eben richtig Queen-typisch ist. Bizarre Texte, bizarre Klänge und ein bizarres Musikvideo. Alles mit Augenzwinkern zu sehen, doch ein wenig Wahrheit entdeckt man hier: "You're simply not in the pink, my dear", zu deutsch: "Du bist eben nicht ganz gesund..."
"Headlong" ist eine eindeutige Brian-Komposition, die ursprünglich auf seinem Soloalbum landen sollte. Glücklicherweise wurde es zu einem Queen-Werk. Denn Brians Stimme fehlt dann doch das gewisse etwas, was Freddie reinbringt. Dieses Lied macht Spaß! Gute Laune-Rock eben.
Mit "I Can't Live With You" rockt Innuendo dann fröhlich weiter, wenn auch das programmierte Schlagzeug den Spaß etwas mindert. Da ist die Rocks Retake-Version eindeutig zu bevorzugen. "Don't Try So Hard" bringt dann die zweite nachdenkliche Nummer. In Falsett gesungen merkt man hier deutlich, wie sehr sich Freddies Stimme verändert hat. Dünn und verletztlich, aber irgendwie immer noch stark und solide. "Ride the Wild Wind" besticht dann durch einen antreibenden Schlagzeug-Groove. Seltsam nur, dass die Aussage fast das Gegenteil von "Don't Try So Hard" anbietet: "Komm, jetzt mach! Entscheid Dich und gib alles!"
"All God's People" stammt noch aus der Kollaboration von Freddie mit Montserrat Caballé. Das dürfte die religiöse Thematik erklären, die zurecht bei einigen Fans für Stirnrunzeln gesorgt hat, schließlich ist kein Mitglied der Band sehr religiös gewesen. Musikalisch allerdings wieder recht untypisch für Queen und so wirkt es für mich seit Jahren schon als integraler Bestandteil von Innuendo. Und gerade die Stelle "Gotta Face Up, Better Grow Up, Gotta stand tall and be strong!" pumpt dem Zuhörer mit Zuversicht und Selbstbewusstsein auf, dass das Herz merkbar schneller schlägt. Eine weise Entscheidung, dieses Lied auf's Album zu packen.
"These are the Days of Our Lives" ist dann schlichtweg Rogers beste Queen-Komposition. Delikates Thema, unprätentiös von Freddie gesungen, gefühlvolle Gitarre, zurückhaltender Bass... fantastisch eingespielt. Die Entscheidung, hier Congas als Perkussion (Wenn auch aus dem Synthesizer) zu nutzen, ist dann noch das Sahnehäubchen auf diesem Juwel.
"Delilah" hingegen ist das Lied, bei dem man beide Augen zudrücken muss. Die Hymne auf Freddies Lieblingskatze bedarf keinerlei Kommentar. Miau. Auch "The Hitman" weiß nicht zu überzeugen und klingt eher wie eine Band, die zeigen will, dass sie auch noch "heavy" beherrscht. Gibt mir nichts.
"Bijou" hingegen kann einem das Herz zerfetzen. Brian spielt hier eines seiner schönsten Gitarrenstücke, Freddie singt mit soviel Gefühl, und die Synthesizer-Klänge rahmen das ganze wunderschön ein. Ein toller Moment auf dem Album, und großartig 2008 auf Tour dargeboten.
Über "The Show Must Go On" muss man dann auch nicht diskutieren. Oft überhört, ist es dennoch eins der wichtigsten, bedeutendsten, schönsten und auch traurigsten Lieder dieser Band. Allein dieser Stimmungswechsel, wenn es "My soul is painted like the wings of butterflies" heißt... wer bleibt da kalt und zuckt mit den Schultern? Richtig, niemand!

Unter'm Strich ist Innuendo eine mehr als gelungene Leistung mit nur zwei Aussetzern. Vergleiche mit A Night At The Opera finde ich zwar weiterhin übertrieben, aber das heißt ja nicht, dass dieses Album schlecht oder mittelmäßig ist.
Danke Queen für 14 tolle Studioalben.
Was?
Es gibt noch mehr?
Ach ja, da war ja was...


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BeitragVerfasst: 02.04.2012 11:26 
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Die Rezensionen lese ich auch gerne, auch wenn ich einzelne Stücke anders bewerte (je nach Album mal viele, mal wenige). Aber ich muss ja nicht jedes mal Applaus Applaus rufen, und vor einigen Tagen bin ich da auch gar nicht zu gekommen, weil ich aus dem Gähnen nicht rauskam :twisted: Aber die Rezension "An Afternoon in the Park" war trotzdem ziemlich Klasse :mrgreen: Ich habe nur den Joke-Track "Alive on Two Legs" als Parodie auf den Opener des bestbewertetsten Queen-Albums vermisst :mrgreen:
Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren. Nur von toten. (Karen Duve)

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es ist nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt... (Die Ärzte)

Es ist das Zeitalter der Dummen. Wir bereiten den kollektiven Selbstmord vor. (Mohamed Nasheed)


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BeitragVerfasst: 02.04.2012 14:42 
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Bewertungen werden doch nicht geschrieben, um Applaus zu bekommen, sondern um über das Besprochene zu diskutieren? Welchen Sinn hätte eine Rezension, wenn alle derselben Meinung wären?
Immer lese ich, dass man nicht überall zustimmt. Aber wo genau? DAS interessiert mich doch. :fiesta


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